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Systematische Medienphilosophie

hrsg. von Mike Sandbothe und Ludwig Nagl, Berlin: Akademie Verlag 2005.

 

Einleitung: [zum Online-Text]

Seit Platons Schriftkritik und Aristoteles' Poetik ist die Frage nach den Medien ein Grundthema philosophischer Reflexion. Durch die Weiterentwicklung der technischen Verbreitungsmedien hat dieses Thema in der Moderne zusätzliche Brisanz erlangt. Zu sich selbst ist die philosophische Befassung mit den Medien jedoch erst im zwanzigsten Jahrhundert gekommen. Autoren wie Adorno, Anders, Benjamin, Bergson, Brecht, Cassirer, Dewey, Havelock, Heider, Kracauer, McLuhan oder Ong lassen sich als Gründerväter der zeitgenösssischen Medienphilosophie verstehen. Im Zentrum dieser bisher nur unzureichend institutionalisierten Disziplin steht die philosophische Analyse der Zusammenhänge, die zwischen sinnlichen Wahrnehmungsmedien (wie Raum Zeit und den fünf Sinnen), semiotischen Kommunikationsmedien (wie Bild, Sprache, Schrift und Musik) und technischen Verbreitungsmedien (wie Stimme, Buchdruck, Film, Fernsehen, Computer und Internet) bestehen.

Der Band gibt eine Einführung in aktuelle medienphilosophische Grundpositionen und vermittelt einen systematischen Überblick über Geschichte und Gegenwart der unterschiedlichen medienphilosophischen Teildisziplinen. Diese sind systematisch nach den unterschiedlichen Mediensorten geordnet. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich Veränderungen, die sich in den Bereichen der technischen Verbreitungsmedien und/oder der semiotischen Kommunikationsmedien vollziehen, auf die sinnlichen Wahrnehmungsmedien und vermittelt über diese auf unser Wirklichkeitsverständnis auswirken können. Die Autorinnen und Autoren sind international anerkannte Expertinnen und Experten, die sich mit der Frage nach den Medien aus einer dezidiert philosophischen Perspektive befassen. In ihren Beiträgen geben sie Auskunft über den Zusammenhang, der zwischen Medien und Philosophie besteht. Dies tun sie, indem sie mit Blick auf eine der Teildisziplinen zeigen, wie sich die medienphilosophische Leitfrage darstellt, wenn man sie mit Blick auf ein bestimmtes Einzelmedium fokussiert. Die Autorinnen und Autoren greifen in ihren Beiträgen auf kanonische Texte zurück und führen in die Traditionszusammenhänge ein, aus denen sich die aktuelle Diskussion speist.

Inhaltsverzeichnis:

 

VORWORT

  • Ludwig Nagl (Wien)

EINLEITUNG

 

SINNLICHE WAHRNEHMUNGSMEDIEN

  • Götz Großklaus (Karlsruhe): Medienphilosophie des Raums
  • Ralf Beuthan(Jena): Medienphilosophie der Zeit
  • Michael Giesecke (Erfurt): Medienphilosophie der Sinne
  • Barbara Becker (Paderborn): Medienphilosophie der Nahsinne

 

SEMIOTISCHE INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSMEDIEN

  • Peter Janich (Marburg): Medienphilosophie der Kommunikation
  • Mathias Gutmann (Marburg): Medienphilosophie des Körpers
  • Dieter Mersch (Berlin): Medienphilosophie der Sprache
  • Christian Stetter (Aachen): Medienphilosophie der Schrift
  • Lambert Wiesing (Jena): Medienphilosophie des Bildes
  • Matthias Vogel (Frankfurt a.M.): Medienphilosophie der Musik
  • Gabriele Klein: Medienphilosophie des Tanzes
  • Dieter Teichert (Konstanz): Medienphilosophie des Theaters

 

TECHNISCHE VERBREITUNGS-, VERARBEITUNGS- und SPEICHERMEDIEN

  • Sybille Krämer (Berlin): Medienphilosophie der Stimme
  • Reinhard Margreiter (Innsbruck): Medienphilosophie des Buchdrucks
  • Bernd Stiegler (Frankfurt a.M.): Medienphilosophie der Fotographie
  • Alexander Roesler (Frankfurt a.M.): Medienphilosophie des Telefons
  • Lorenz Engell (Weimar): Medienphilosophie des Films
  • Christian Filk (Luzern): Medienphilosophie des Radios
  • Stanley Cavell (Cambridge/Mass.): Medienphilosophie des Fernsehens 
  • Lutz Ellrich (Essen): Medienphilosophie des Computers
  • Mark Poster (Irvine): Medienphilosophie des Internets
  • Stefan Münker (Berlin): Medienphilosophie der Virtual Reality

Tilmann Lang: Systematische Medienphilosophie (pdf)
- Medien & Kommunikationswissenschaft, 55. Jg., 4/ 2007

ohne Autor: Was ist ein Medium? (pdf)
- Forschung – Trends – Kontroversen, 2007

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